Saisonauftakt 2020Der Weg aus einer handfesten Krise?

Die Saison 2019/2020 der Frauen 1 in der Württembergliga Nord wurde vorzeitig bis auf Weiteres auf Grund der Corona Pandemie beendet. Die Erinnerung an eine besonders turbulente und nicht zufriedenstellende Runde ist das was bleibt.

Schon zu Beginn der Saison 2019/2020 mussten die Nordis viele Abgänge von Spielerinnen verzeichnen. Man startete in die Saison mit einer sehr jungen, unerfahrenen Mannschaft. Die Löcher in der Mannschaftsaufstellung wurden schon damals mit Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft und aus der A- sowie B-Jugend gestopft. Neue Zugänge von Extern wurden nicht verzeichnet.

Der Druck auf die junge, zusammengewürfelte Mannschaft war enorm. Man sollte in die Fußstapfen der letztjährigen Mannschaft treten, benötigte aber eigentlich noch Zeit, um die Stärken und Schwächen der anderen kennenzulernen, um ein gutes Zusammenspiel erzielen zu können. Am Handballhorizont baute sich folglich eine riesige Gestalt in Form der mutmaßlich stärkeren Gegnerinnen auf. Doch Jessica Popken ließ sich dadurch nicht entmutigen. Sie sprach der Mannschaft und sich Mut zu.

Das erste Saisonspiel verlor man, das zweite spielte man gegen den Vfl Pfullingen unentschieden. Ein kleiner Hoffnungsschimmer – vielleicht hatte man es diese Saison doch nicht mit einem „Riesen“ zu tun. Die Spielerinnen konnte etwas Selbstbewusstsein tanken. Doch in den darauf folgenden Spielen ging man ohne große Chancen unter. Einem Rückstand hinterher zu laufen war keine Seltenheit. Ein kurzes Hochgefühl durch einen Derbysieg im fünften Saisonspiel gegen die Rivalinnen des TV Flein konnte verzeichnet werden. Das sollten jedoch auch die ersten und letzten zwei Punkte auf Seiten der Nordheimerinnen gewesen sein.

Zu allem Überfluss wurden die Mädels nicht nur durch die permanenten Niederlagen frustriert, sondern verloren auch noch ihre Trainerin Jessica Popken. Man steckte in einer handfesten sportlichen Krise – der Abstieg so nah. Eine Neuausrichtung war jetzt dringend erforderlich. Der Oberstenfelder Nils Koch nahm sich dieser Herkulesaufgabe an – den Tabellenletzten wenigstens vor dem Absturz in die Landesliga zu bewahren.

Der 39-jährige brachte durch seine Art Ruhe in die Mannschaft, hatte neue Spielideen und arbeitete mit der Mannschaft an einer „Tabellenkosmetik“. Die Spiele endeten immer noch nicht positiv für die Nordheimerinnen, aber man kam den Siegen ein ganzes Stückchen näher. Ein Aufwärtstrend war zu erkennen. Die Führung wurde in mehreren Spielen übernommen, dann aber doch wieder verspielt. Im vorerst letzten Spiel löste sich dann endlich wieder der Knoten. Nach 12 Niederlagen in Folge konnte man endlich zumindest einen Punkt mit nach Hause nehmen. Die Mädels merkten, dass die Gestalt des Riesen, die sich am Anfang vor ihnen aufgetürmt hatte, doch nur schlagbare Gegnerinnen waren. Die TSV-lerinnen hatten die ganze Saison einen großen Vorteil: der Teamgeist stimmte. Man hatte sowohl auf dem Spielfeld, als auch an den gemeinsamen Abenden großen Spaß zusammen. Alle zogen an einem Strang, um die Situation bestmöglich zu meistern. Das Phänomen war ähnlich wie bei Spaghetti. Alleine schwach, gemeinsam stark 😉

Die turbulente letzte Saison führte leider zu vielen Abgängen, wie unten ersichtlich ist.

Vereinswechsel:

Janina Gassner (SG BBM 2 – BWOL), Kathrin Gerullis (TSV Bönnigheim – BWOL), Melina Friedrich, Franziska Plieninger (beide TV Flein – Verbandsliga) werden den Verein wechseln.

Andere Gründe:

Lene Gutjahr, Hannah Schuster und Stefanie Schulz können uns wegen ihres Studiums leider nicht mehr bzw. nur temporär unterstützen.

Annika Korthals und Melanie Mayer hängen ihre Handballschuhe an den Nagel.