Vom Heuchelberg zu den Junglöwen

Mit 14 Jahren schon Jugendbundesliga spielen, internationale Titel feiern und das Trikot der Rhein-Neckar-Löwen tragen – das erlebt man nicht alle Tage. Angefangen hat für für den Rechtsaußen Emilian Schwalb, alles in der F-Jugend bei der SG Heuchelberg. Heute pendelt er fast täglich nach Kronau, trainiert bei den Junglöwen und sammelt unvergessliche Erfahrungen auf höchstem Niveau. Im Interview erzählt Emilian, wie der Wechsel zustande kam, wie er Schule und Handball unter einen Hut bekommt und was er sich für die Zukunft vorgenommen hat.

Wann hast du bei der SG Heuchelberg angefangen Handball zu spielen?
In der F-Jugend bei Steffi und Anja

Wann bist du zu den Rhein-Neckar-Löwen gegangen? 
Meine erste Saison war 23/24.

Wie hat sich die Sache überhaupt ergeben?
Im September 2022 fand der erste und einzige D-Jugend Heuchelberg Cup statt. Kai-Uwe Lehnen hatte die Rhein-Neckar-Löwen als Teilnehmer gewinnen können. Harald, der Trainer der Junglöwen, hat mich nach dem Turnier zum Probetraining eingeladen. Nach der ersten Trainingseinheit in der D-Jugend durfte ich gleich im Anschluss bei der C-Jugend trainieren und wurde daraufhin für 9 weitere Trainingseinheiten eingeladen. Anfang Januar bekam ich dann meine Zusage für die neue Saison.

Wie läuft dein Alltag ab?
Ich habe bis 15:30 Schule, danach geht es direkt weiter nach Kronau. Im Auto gibt es was zu essen und dann einen Powernap. Zurück sind wir wieder gegen 21:00 Uhr. Danach Abendessen und ins Bett. So sieht jeder Tag aus. Außer Mittwoch, da haben wir frei. Das alles wäre ohne die Unterstützung meiner Mutter, die mich überall hin bringt, nicht möglich. Dass es in der Schule läuft und ich nächstes Jahr einen guten Abschluss mache, war von Anfang an ihre einzige Bedingung.

Hattest du eine persönliche Hürde, als du gewechselt bist?
Das bekannte Umfeld zu verlassen ist glaub nie leicht. Ich war damals auch noch sehr schüchtern, aber ich wollte das unbedingt. Also musste ich über meinen Schatten springen. 

Was waren deine ersten Eindrücke vom Training, vom Team und vom Trainer?
Es war sehr beeindruckend. Ich hab ja gleich mit den 2 Jahre älteren trainiert und Tempo und Intensität waren sehr viel höher als ich es gewohnt war. Alle waren sehr nett und haben mich gut aufgenommen und haben mir zB Spielzüge erklärt, die ich nicht kannte. Es war anstrengend aber hat wirklich Spaß gemacht so gefordert und gefördert zu werden. 

Was waren bisher deine persönlichen Highlights?
Mit 14 Jugendbundesliga spielen zu dürfen war schon ganz Besonders. In meinem erstes Spiel war der erste Ballkontakt auch gleich mein erstes Tor. 

Und dann das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft in Burgdorf. Auch wenn wir leider verloren haben, die Stimmung in der Halle, die Erfahrung mit dem Team, das ist unvergesslich. Und jetzt natürlich das GIYC in Düsseldorf.

Wie hast du das Turnier in Düsseldorf erlebt und wie war es so einen Titel (German International Youth Championships) zu gewinnen?
Das war schon ein einmaliges Erlebnis. Jeder hat auf der Platte alles gegeben und wir sind als Team richtig zusammengewachsen. Dazu die Stimmung in der Halle, unsere Fans haben richtig Lärm gemacht. 

Welche Ziele hast du dir im Handball gesetzt? Bzw. wie stellst du dir die nächsten (Handball)Jahre vor?
Ich möchte mich individuell weiterentwickeln und immer besser werden damit ich hoffentlich noch lange das Trikot der Junglöwen tragen darf.

Wäre es insgeheim dein Traum auch mal Bundesliga bei den Aktiven zu spielen?  😉
Ja, davon träumen wir glaube ich alle. Der Weg dahin ist weit und nur die wenigstens schaffen es auch. Aber ich werde weiterhin hart daran arbeiten dass dieser Traum vielleicht irgendwann Wirklichkeit wird.

Wie wichtig ist dir die Unterstützung von Familie, Freunden und auch deinem alten Verein SG Heuchelberg?
Sehr wichtig. Ohne die Unterstützung meiner Familie und Freunde wäre das nicht möglich. 

Hast du noch Kontakt zu deinem früheren Team oder Trainern?
Wenn ich nicht selbst Spiele unterstütze ich meinen Bruder bei seinen Spielen und bin dann in der Halle dabei. Stefan Hees war mein Trainer in der C-Jugend, jetzt trainiert er meinen Bruder. Kontakt zu einigen meiner alten Teamkollegen habe ich auch noch. Zum Beispiel ist Ramon Förster mit seinem Team ein ewiger Gegner der Junglöwen. 

Dein Bruder Henri spielt in der C-Jugend bei der SG Heuchelberg als talentierter und motivierter Torhüter. Nimmt er sich dich als Vorbild?
Henri hat zusätzlich viel trainiert und für diese Saison ein Zweitspielrecht bei den Junglöwen erhalten. Meine Begeisterung und die ganzen Dinge die ich mit den Junglöwen erleben durfte, waren schon eine Motivation für ihn.

Was würdest du jungen Spielern aus der Region raten, die auch einmal den Sprung zu einem Profiverein schaffen wollen?
Talent reicht nicht, es ist harte Arbeit. Man muss das wirklich wollen. Orientiert euch an Älteren/besseren Spielern. Achtet auf Regeneration (Schlafen, gesundes Essen) und verliert auch bei Rückschlägen nie den Spaß und die Motivation.

Wir gratulieren Emilian herzlich zu seinen bisherigen Erfolgen, wünschen ihm weiterhin viel Spaß und Erfolg auf seinem Weg – und sind stolz, dass er aus unserer Handballjugend hervorgegangen ist!